Die Geschichte

Jüterbog ist der zentrale Ort im mittleren Teil des Flämings, Kreuzungspunkt mehrerer Bundesstraßen und Bahnlinien. Über Jahrhunderte war die Stadt auch Verwaltungszentrum, seit 1816 als preußische Kreisstadt. Erst mit der Kreisgebietsreform 1993 wurde ihr diese Funktion zugunsten von Luckenwalde entzogen. Die heutige Großgemeinde entstand im Laufe mehrerer Eingemeindungen umliegender Ortschaften. Der Stadtkomplex Jüterbog ist aus verschiedenen mittelalterlichen Siedlungskernen zusammengewachsen, die sich in Struktur, Erscheinungsbild und historischer Entwicklung voneinander unterscheiden und bis heute deutlich erkennbar sind. Damit ist Jüterbog ein ganz besonders aussagekräftiges Zeugnis für mittelalterliche Stadtentstehungsprozesse in Nordostdeutschland. Im Jahre 1007 wird erstmals ein Ort namens „Jutriboc“ in der Chronik des Merseburger Bischofs Thietmar genannt. Mit der Verleihung des Magdeburger Stadtrechts im Jahre 1174 war eine planmäßige Neuanlage östlich des alten Ortes verbunden. Es entstand die jetzige Altstadt, die vermutlich im späten 13. Jh. ihre endgültige Ausbildung und eine massive Befestigung erhielt. Grund für die Verleihung der Stadtrechte, die Jüterbog zur zweitältesten Stadt des heutigen Landes Brandenburg machen, war die Entwicklung der Stadt als Exklave zwischen Mark Brandenburg und dem Herzogtum Sachsen-Wittenberg zu einem besonders geförderten Fernhandelszentrum.

Der erste Rückschlag für die Bedeutung der Stadt war der große Stadtbrand 1478 und obwohl der Wiederaufbau Jüterbogs durch die Magdeburger Erzbischöfe intensiv gefördert wurde, büßte Jüterbog nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs und dem Übergang an Kursachsen seine alte Bedeutung endgültig ein. Der Siebenjährige Krieg im 18. Jh. und die zunehmende Entwicklung der Stadt Luckenwalde als Industriestandort ließ Jüterbogs Wirtschaft vollkommen zusammenbrechen und die Stadt zusehends verarmen. Auf drängen der Stadtverordneten wurde die Stadt, nachdem sie im Zuge der Zusprechung zu Sachsen Kreissitz des Landkreises Jüterbog-Luckenwalde geworden ist, Garnisonsstadt.

Stadtgeschichte

1007
erstmalige schriftliche Erwähnung des Ortes

1174
Verleihung des Stadtrechtes

1200 - 1300
Errichtung der Stadtmauer mit drei Toren und Türmen und der Liebfrauenkirche

1300 - 1500
Bau der Nikolaikirche

1480 - 1510
entstand das Franziskanerkloster mit der Mönchenkirche

1507
Vollendung des Rathausbaues

1517
Johannes Tetzel in Jüterbog (Ablassbriefe)

1519
Thomas Müntzer in Jüterbog

1540
Religionsfreiheit

1626
im 30-jährigen Krieg weilte Wallenstein in Jüterbog

1635
Jüterbog gehört zu Sachsen

1756
Friedrich II., König von Preußen, begann von Jüterbog aus den 7-jährigen Krieg

1815
Jüterbog wird preußisch

1832
Garnisionsstadt

1841
Eröffnung einer der ersten Fernbahnlinien Deutschlands